Griechische Mythologie: Götter, Helden und Sagen mit Fundstellen
Die griechische Mythologie in Kürze
Die griechische Mythologie umfasst die Mythen der griechischen Antike: die Geschichten von Göttern und Helden, von der Entstehung der Welt bis zu den Sagen um Troja. Wir kennen sie aus Epik, Chorlyrik und Tragödie, vor allem aus Hesiod und Homer, aus den Werken der Tragiker und, in römischer Bearbeitung, aus Ovid. Ab dem Hellenismus kommen Sammlungen hinzu, die den Stoff nach Themen ordnen.
Was gehört zur griechischen Mythologie?
Zur griechischen Mythologie gehören die folgenden Bereiche, hier in der Reihenfolge, in der die Seite sie behandelt:
- Entstehung der Welt und Titanen: von Chaos und Gaia bis zu Kronos und den Titanen.
- Die olympischen Götter: ihr Sitz auf dem Olymp und ihre Herkunft in den Quellen.
- Helden und der Trojanische Krieg: die Heroen und das, was Ilias und Odyssee erzählen.
- Unterwelt und Tartaros: das Totenreich und der Ort der Tiefe.
- Ungeheuer und Fabelwesen: Kyklopen, Chimaira und Medusa in verschiedenen Fassungen.
- Redewendungen: Sprichwörtliches von der Sisyphusarbeit bis zur Odyssee.
- Vergleich mit römischer und germanischer Überlieferung: römische Entsprechungen und die nordische Überlieferung als Gegenüber.
- Quellen mit Ausgabe und Fundstelle: Hesiod, Homer, Ovid und die Übersetzungen, nach denen wir zitieren.
Kurze Antworten auf häufige Fragen stehen im Abschnitt Häufige Fragen, die Liste aller Beiträge am Seitenende.
Von Chaos zu den Titanen: die Entstehung der Welt
Am Anfang steht bei Hesiod das Chaos. Danach entsteht Gaia, die weit gebreitete Erde, und tief in ihrem Schoß der Tartaros mit seinem Graun; zugleich entsteht Eros, der unter den Unsterblichen durch seine Schönheit hervorsticht. Gaia gebiert zuerst, sich selbst gleich, den sternenbesetzten Himmel, Uranos, der sie ganz bedeckt, dann hohe Berge und das Meer mit seiner stürmenden Woge. Mit Uranos zeugt sie Kinder, die später Titanen genannt werden, unter ihnen Iapetos, der Vater des Prometheus, und Rheia, zuletzt als jüngsten und schrecklichsten Kronos, dem der Vater verhasst ist. Titanen und Urgötter verbindet Gaia: Sie zählt selbst zu den Urgöttern und ist die Mutter der Titanen. Zu den weiteren Kindern von Gaia und Uranos zählen die Kyklopen. Kronos entmachtet seinen Vater Uranos. Den Namen Titanen deutet Hesiod selbst: Uranos nennt die Kinder, gegen die er entbrannt ist, mit einem strafenden Namen, weil sie Großes verübt hätten, dem Strafe folgen werde. Eine gesicherte Etymologie ist das nicht. Nicht zu verwechseln mit diesen Titanen ist der „Titan“ in Ovids Schöpfungsbericht: Er meint dort die Sonne.
„Siehe, vor allem zuerst ward Chaos; aber nach diesem / Ward die gebreitete Erd‘, ein daurender Siz den gesamten […]“
Hesiod, Theogonie V. 116 ff., übersetzt von Johann Heinrich Voß, Heidelberg 1806, S. 87
Kronos verschlingt jedes Kind, das Rheia ihm gebiert, sobald es geboren ist, denn ihm ist geweissagt, dass ein eigener Sohn ihn stürzen wird. Als Zeus zur Welt kommt, reicht Rheia ihrem Mann statt des Neugeborenen einen Stein in Windeln. Kronos verschlingt ihn und würgt ihn später als Ersten wieder heraus; Zeus stellt den Stein in der geheiligten Pytho auf, wie Delphi ursprünglich hieß. Dann befreit Zeus die Kyklopen, seine Oheime, die Uranos gefesselt hatte, und zum Dank geben sie ihm Donner und Blitz. Die Titanen kommen in den Tartaros. Homer kennt den Sturz des Kronos unter Erde und Meer; Hesiod erzählt ihn ausführlicher.
Im Stammbaum der griechischen Götter folgt auf die Generation der Titanen die der Olympier; sie beginnt mit den Kindern des Kronos und der Rheia.
Die olympischen Götter
Die olympischen Götter sind in der griechischen Mythologie die zwölf Götter des Olymps. Der Olymp liegt im Grenzgebiet von Thessalien und Zentralmakedonien, ist das höchste Gebirge Griechenlands und gilt als Sitz der Götter; sein höchster Gipfel, der Mytikas, misst 2917,7 m. Wo griechische Götter im Überblick aufgezählt werden, gilt die Zwölf als kanonisch, eine einzige verbindliche Liste gibt es jedoch nicht.
An erster Stelle der Olympier steht in dieser Übersicht Aphrodite, die Göttin der Liebe, und schon ihre Herkunft erzählen die Quellen verschieden. Bei Hesiod entsteht sie aus dem Schaum des Meeres und kommt zuerst nach Kythera, dann nach Kypros; Götter und Sterbliche nennen sie Aphrodite, „weil sie aus Meerschaum / Aufwuchs“, und Kythereia, weil sie bei Kythera ankam. Bei Hesiod gilt die Geburt aus dem Meer, bei Homer die Abstammung von Zeus. In der Ilias ist Aphrodite die Tochter des Zeus und der Dione, in deren Schoß sie nach einer Verwundung sinkt. Zeus nennt sie „mein töchterchen“ und weist ihr die Werke der Hochzeit zu, nicht die des Krieges (Hesiod, Theogonie V. 188–198, Voß, S. 93; Homer, Ilias 5,426–430, Voß, Bd. 1, S. 125).
Als Zweite folgt Hera, die Gemahlin des Zeus. Sie ist eine Tochter von Kronos und Rheia, also eine Schwester des Zeus, und zugleich seine Gattin: Hesiod nennt sie zuletzt seine Frau. In der Ilias leiht Aphrodite ihr auf ihre Bitte einen buntgestickten Gürtel, in dem Liebe, Sehnsucht, Getändel und schmeichelnde Bitte versammelt sind. Lächelnd verbirgt Hera ihn im Busen.
Als Dritter folgt Zeus, der Göttervater. Er ist der Sohn von Kronos und Rheia, der vor dem Vater gerettete Sohn, und Hesiod nennt ihn „der Götter und Sterblichen Vater“. In der Ilias droht er den übrigen Göttern, jeden Abtrünnigen in den Tartaros zu schleudern, und rühmt sich, alle zusammen an einer goldenen Kette emporziehen zu können, ohne dass sie ihn herabzögen.
Zu den Geschwistern des Zeus zählt Hesiod Hestia, Demeter, Hera, Hades und Poseidon. Hades gilt im engeren Sinn nicht als Olympier. Bei Hesiod fährt Athene aus dem Haupt des Zeus, Ares ist ein Sohn von Zeus und Hera, und Hera gebiert den Hephaistos allein, aus Zorn auf ihren Gemahl. Apollon ist der Gott, dem das Orakel von Delphi geweiht ist. Nach der modernen Zählung gehören neben Zeus vier seiner Geschwister und sieben seiner Kinder, darunter Artemis und Hermes, zu den Zwölf, und andere Listen setzen an den zwölften Platz statt Hestia den Dionysos.
Helden und der Trojanische Krieg
Hesiod ordnet die Heroen in die Weltgeschichte ein: Sie bilden als Halbgötter ein eigenes, viertes Menschengeschlecht, das teils vor Theben, teils vor Troja um Helenas willen zugrunde geht; ein Teil lebt danach auf den Inseln der Seligen. Zu den bekanntesten Helden zählen Herakles, Perseus und Theseus. Herakles entgeht in der Ilias dem Verhängnis nicht, ihn bezwingen das Geschick und der heftige Zorn der Hera; Perseus schlägt bei Hesiod der Medusa das Haupt ab.
Der Trojanische Krieg ist der Hintergrund von Ilias und Odyssee, doch die Ilias erzählt ihn nicht ganz. Ihr Thema ist der Zorn des Achilles, der aus einem bitteren Streit mit dem Herrscher des Volkes erwächst, und ihre Handlung spielt im zehnten Kriegsjahr, in dem neun Jahre schon vergangen sind. Agamemnon klagt, dass das Schiffsholz fault und die Seile vermodern. Die Ilias endet mit der Bestattung Hektors: „Also bestatteten jene den leib des reisigen Hektor“ (Homer, Ilias 24,801–804, Voß, Bd. 2, S. 336). Der Fall Trojas und das hölzerne Pferd stehen darin nicht. Das Pferd steht erst in der Odyssee, in der der Sänger Demodokos aufgefordert wird: „singe des ilischen rosses erfindung“ (Homer, Odyssee 8,492–515, Voß, S. 171 f.). Odysseus ist es, der das Pferd voller Männer in die Burg bringen lässt.
Die Unterwelt und der Tartaros
Die griechische Unterwelt ist das Reich des Hades, der nach Hesiod in unterirdischer Wohnung haust. In der Odyssee sieht Odysseus dort Sisyphos, der einen Stein den Berg hinaufwälzt, bis er kurz vor dem Gipfel zurückstürzt, und das Schattenbild des Herakles, der berichtet, er habe den „hund“ aus dem Hades heraufgebracht; gemeint ist Kerberos, im Text nicht genannt. Theseus und Peirithoos nennt Odysseus Söhne der Götter. Der Schatten des Achilles erklärt, er wäre lieber Tagelöhner bei einem armen Mann als Herrscher über alle Toten: „Lieber ja wollt‘ ich das feld als tagelöhner bestellen“ (Homer, Odyssee 11,488–491, 11,593–604 und 11,623–635, Voß, S. 244, 248 und 249). Für den Tartaros überliefern die Quellen zwei Tiefen. Hesiod misst von der Erde aus: „So weit unter der Erd‘, als über der Erd‘ ist der Himmel“. Homer misst vom Hades aus, den Voß Aïs nennt: „So weit unter dem Aïs, wie über der erd‘ ist der himmel“ (Hesiod, Theogonie V. 717–735, Voß, S. 136–138; Homer, Ilias 8,10–27, Voß, Bd. 1, S. 189 f.).
Ungeheuer und Fabelwesen
Ungeheuer und Fabelwesen der Griechen sind in den Quellen nicht einheitlich überliefert: Kyklopen und Chimaira erscheinen bei Hesiod anders als bei Homer. Die Kyklopen liefern bei Hesiod dem Zeus Blitz und Donner, bei Homer sind sie ein Volk der „ungesezlichen frevler“ ohne Ratsversammlung, das in Höhlen der Berge haust (Hesiod, Theogonie V. 139–149, Voß, S. 89; Homer, Odyssee 9,106–115, Voß, S. 181). Die Chimaira hat bei Hesiod drei Häupter, bei Homer ist sie eine Mischgestalt aus einem Löwen vorn, einem Drachen hinten und einer Ziege in der Mitte. Hesiods Kerberos hat fünfzig Köpfe, und die Hydra von Lerna nährt Hera aus Groll auf Herakles.
Medusa begegnet in den Quellen in drei Fassungen. Bei Hesiod gehört sie zu den drei Gorgonen und ist unter ihnen die einzige Sterbliche: „Sie war sterblich allein“; Perseus schlägt ihr das Haupt ab. In den Versen 274 bis 281 der Theogonie ist weder von einem Tempel noch von Schlangenhaar noch von Athene die Rede. Homer nennt das Gorgohaupt, das auf der Aigis prangt, die Athene sich um die Schulter wirft, ohne den Namen Medusa. Bei Ovid, in der Übersetzung von Suchier, trägt sie Schlangenhaar als Strafe: Der Fürst des Meers entehrt sie, wie es heißt, im Tempel der Minerva, wie Ovid die Athene nennt, und die Göttin lässt „der Gorgo Haar sich wandeln in scheusliche Hydern“ (Hesiod, Theogonie V. 274–281, Voß, S. 99 f.; Ovid, Metamorphosen 4,794–803, Suchier, Theil 1, S. 139 f.).
Redewendungen aus der griechischen Mythologie
- Sisyphusarbeit: Gemeint ist eine Mühe, die nie zum Ende kommt und immer wieder von vorn beginnt. Den Ursprung erzählt die Odyssee: Odysseus sieht in der Unterwelt Sisyphos bei dieser Mühe.
- Achillesferse: Sie bezeichnet die verwundbare Stelle einer Person oder Sache. In der Ilias ist Achilles verwundbar. Ein Speer streift seinen rechten Arm: „Dass ihm dunkeles blut vorrieselte“ (Homer, Ilias 21,164–168, Voß, Bd. 2, S. 229). Die Ferse als verwundbare Stelle ist erst in nachhomerischer Überlieferung belegt.
- Büchse der Pandora: Gemeint ist etwas Bedrohliches, das sich nach der Entfesselung nicht mehr rückgängig machen lässt. Bei Hesiod hebt die Frau, die er Pandora nennt, keine Büchse, sondern „den mächtigen Deckel des Fasses“ (Hesiod, Werke und Tage V. 94–101, Voß, S. 13), griechisch ein pithos, und nur die Hoffnung bleibt im Gefäß. Ein Motiv der Neugier nennen diese Verse nicht. Die Büchse geht wohl auf Erasmus zurück.
- Zankapfel: Ein Zankapfel ist ein Gegenstand, um den gestritten wird. Die Ilias spielt nur darauf an, dass Paris „die göttinnen schmähte“, und kennt keinen Apfel; ausführlich erzählt das Urteil Apollodor (Homer, Ilias 24,25–30, Voß, Bd. 2, S. 308; Apollodor, Epitome 3,2).
- Ariadnefaden: Der Ariadnefaden ist ein Hilfsmittel oder eine Richtschnur, die aus einer verwickelten Lage herausführt. Bei Ovid findet Theseus durch den Rat der Jungfrau Ariadne mit einem Faden aus dem Labyrinth zurück.
- Odyssee: Als Odyssee bezeichnet man heute jede Irrfahrt. Der Name geht auf Homers Epos zurück, das in der Fassung von 1806 mit den Worten beginnt: „Sage mir, Muse, vom manne, dem vielgewandten“ (Homer, Odyssee 1,1, Voß, S. 3). Die Erstausgabe von Voß aus dem Jahr 1781 lautet an dieser Stelle anders.
Griechisch, römisch, germanisch: die Traditionen im Vergleich
In der römischen Mythologie werden griechische Götter mit eigenen gleichgesetzt; die Fachsprache nennt das Interpretatio Romana. So entsprechen einander Zeus und Jupiter, Hera und Juno, Poseidon und Neptun sowie Ares und Mars. Ovid schreibt in seinen Metamorphosen Minerva für Athene, Jupiter für Zeus und Liber für Dionysos. Betrachtet man griechische, römische und germanische Götter im Vergleich, so sind die Quellen verschieden alt: Hesiod lebte um 700 v. Chr., Homers Epen entstanden im 8. oder 7. Jahrhundert v. Chr. Aus der germanischen Überlieferung steht hier die nordische Mythologie nur zum Vergleich daneben, dazu die ägyptische Mythologie. Die Edda wurde im 13. Jahrhundert in Island niedergeschrieben, der Codex Regius entstand vermutlich um 1270. Daraus lässt sich kein Alter der Mythen selbst ableiten.
Wo das steht: Quellen
Die Mythen dieser Seite stehen vor allem bei Hesiod, Homer und Ovid. Hesiods Theogonie und die Werke und Tage zitieren wir nach der Übersetzung von Johann Heinrich Voß, Heidelberg 1806, Homers Ilias und Odyssee nach Voß in der dritten Auflage, Tübingen 1806, Ovids Metamorphosen nach Reinhart Suchier, Stuttgart 1858, vollständig, und nach Voß, Berlin 1798, in einer Auswahl von 60 Stücken. Wir zitieren nur aus gemeinfreien Scans alter Übersetzungen: Voß starb 1826, Suchier 1907 und Schöll, der Herodot übersetzte, 1882, und die Schutzfrist von siebzig Jahren nach dem Tod des Übersetzers ist lange abgelaufen. In der Tabelle unten sind die Quellen und Ausgaben zu Homer, Hesiod und Ovid mit Werk und Stelle verzeichnet, die Ausgaben kurz als Voß 1806, Voß 1798 und Suchier 1858. Über Hesiod und Homer schreibt Herodot:
„Und Diese sind es, welche den Hellenen ihre Götterwelt gedichtet, den Göttern ihre Benennungen gegeben, Ehren und Künste ausgetheilt, und ihre Gestalten bezeichnet haben.“
Herodot, Historien 2,53, übersetzt von Adolf Schöll, Zweites Bändchen, Stuttgart 1828, S. 220
Zählhinweis: Die Versangaben dieser Seite folgen der griechischen Zählung, bei Ovid der lateinischen. Die Randzahlen bei Voß laufen in der Theogonie ab etwa Vers 200 um bis zu sieben Verse hinter dem Griechischen her; in Ilias, Odyssee und den Hauslehren, wie Voß die Werke und Tage nennt, stimmen sie überein. Darum steht bei jeder Fundstelle auch die Seite der Ausgabe, nur bei Apollodor und bei der Erstausgabe von 1781 fehlt sie.
Die Fundstellen dieser Seite im Überblick
| Aussage | Werk und Stelle | Ausgabe und Seite |
|---|---|---|
| Gaia, Uranos und die später Titanen genannten Kinder; Kronos entmachtet Uranos | Theogonie V. 126–138; 176–182 | Voß 1806, S. 87 f.; 92 |
| Namensdeutung der Titanen; Prometheus, Sohn des Iapetos | Theogonie V. 207–210; 507–512 | Voß 1806, S. 94; 119 |
| Ovid beginnt mit dem Chaos; „Titan“ meint die Sonne | Metamorphosen 1,5–14 | Voß 1798, Theil 1, S. 1 f. |
| Geschwister des Zeus, Kronos verschlingt sie; Zeus als „der Götter und Sterblichen Vater“; Stein in der Pytho; Kyklopen befreit; Sturz des Kronos bei Homer | Theogonie V. 453–467, 485–505; Ilias 14,202–204 | Voß 1806, S. 114 f., 117 f.; Bd. 2, S. 44 f. |
| Aphrodite aus Meerschaum bei Hesiod; Tochter von Zeus und Dione bei Homer | Theogonie V. 188–198; Ilias 5,347–397, 5,426–430 | Voß 1806, S. 93; Bd. 1, S. 122 f., 125 |
| Hera zuletzt Gattin, Mutter von Ares; Athene aus dem Haupt; Hephaistos von Hera allein | Theogonie V. 921–929 | Voß 1806, S. 153 f. |
| Aphrodite leiht Hera den Gürtel | Ilias 14,211–224 | Voß 1806, Bd. 2, S. 45 |
| Heroen als viertes Menschengeschlecht; Herakles entgeht dem Verhängnis | Werke und Tage V. 156–172; Ilias 18,117–119 | Voß 1806, S. 18 f.; Bd. 2, S. 161 |
| Zorn des Achilles als Thema; neun Jahre vergangen | Ilias 1,1–7; 2,134–138 | Voß 1806, Bd. 1, S. 3; 34 |
| Die Ilias endet mit der Bestattung Hektors | Ilias 24,801–804 | Voß 1806, Bd. 2, S. 336 |
| Das hölzerne Pferd steht in der Odyssee | Odyssee 8,492–515 | Voß 1806, S. 171 f. |
| Tartaros: zwei Tiefenangaben; goldene Kette des Zeus | Theogonie V. 717–735; Ilias 8,10–27 | Voß 1806, S. 136–138; Bd. 1, S. 189 f. |
| Totenreich der Odyssee: Achilles, Sisyphos, Herakles, Theseus | Odyssee 11,488–491; 593–604; 623–635 | Voß 1806, S. 244; 248; 249 |
| Kyklopen: Blitzlieferanten bei Hesiod, Frevler bei Homer | Theogonie V. 139–149; Odyssee 9,106–115 | Voß 1806, S. 89; 181 |
| Kerberos, Hydra, Chimaira bei Hesiod; Chimaira bei Homer | Theogonie V. 309–325; Ilias 6,178–183 | Voß 1806, S. 102 f.; Bd. 1, S. 151 f. |
| Medusa bei Hesiod: kein Tempel, kein Schlangenhaar, keine Athene; Gorgohaupt bei Homer | Theogonie V. 274–281; Ilias 5,738–742 | Voß 1806, S. 99 f.; Bd. 1, S. 136 |
| Medusa bei Ovid: Tempel der Minerva, Schlangenhaar als Strafe | Metamorphosen 4,794–803; bei Suchier V. 792–801 | Suchier 1858, Theil 1, S. 139 f. |
| Pandora und das Fass; Hoffnung bleibt im Gefäß | Werke und Tage V. 80–82, 94–101 | Voß 1806, S. 11 f., 13 |
| Achilles blutet; Urteil des Paris nur angedeutet | Ilias 21,164–168; 24,25–30 | Voß 1806, Bd. 2, S. 229; 308 |
| Ariadnefaden; Ariadne und Liber | Metamorphosen 8,169–179 | Voß 1798, Theil 2, S. 61 f. |
| Anruf der Muse; Erstausgabe 1781 lautet anders | Odyssee 1,1–9 | Voß 1806, S. 3; 1781 |
Häufige Fragen zur griechischen Mythologie
Wie viele olympische Götter gibt es?
Zwölf. Diese Zahl gilt als kanonisch, eine einzige verbindliche Liste der Zwölf gibt es jedoch nicht: Je nach Quelle steht an zwölfter Stelle Hestia oder Dionysos. Hades zählt im engeren Sinn nicht dazu, obwohl er ein Bruder des Zeus ist.
Womit beginnt die griechische Mythologie?
Bei Hesiod entsteht zuerst das Chaos, danach Gaia, der Tartaros und Eros. Aus dem Chaos gehen außerdem Erebos und die Nacht hervor. Auch Ovid beginnt seine Metamorphosen mit dem Chaos, das er einen rohen und ungeordneten Klumpen nennt, noch vor Meer, Erde und Himmel.
Woher kennen wir die griechische Mythologie?
Die Zeugnisse stammen aus Dichtung und Theater: aus den Epen Hesiods und Homers, aus Chorlyrik und Tragödie und, in römischer Bearbeitung, aus Ovids Metamorphosen. Herodot hielt Hesiod und Homer für die Dichter, die den Griechen ihre Götterwelt und den Göttern ihre Namen gegeben haben. Die Musen lässt Hesiod von sich sagen: „Wir verstehn viel Falsches, wie Wirklichem gleich, zu verkünden“ (Hesiod, Theogonie V. 22–29, Voß, S. 79); wenn sie wollen, verkünden sie auch die Wahrheit.
Wie hängen griechische und römische Götter zusammen?
Die Römer setzten griechische Götter eigenen Göttern gleich und nahmen sie so in ihre Religion auf. Zeus entspricht Jupiter, Hera Juno, Poseidon Neptun und Ares Mars. Ovid etwa schreibt Minerva, wo die griechischen Quellen Athene nennen, und Jupiter für Zeus.
Steht das Trojanische Pferd in der Ilias?
Nein. Die Ilias endet mit der Bestattung Hektors, vom Fall Trojas erzählt sie nicht. Das hölzerne Pferd kommt erst in der Odyssee vor, wo es der Sänger Demodokos besingt. Dort erzählt er, wie die Achaier aus dem Pferd hervorstürzen und die Stadt zerstören.
Welche Übersetzungen zitiert diese Seite?
Zitiert wird nach Johann Heinrich Voß für Hesiod, Ilias und Odyssee von 1806 und für eine Ovid-Auswahl von 1798, nach Reinhart Suchier für Ovid von 1858 und nach Adolf Schöll für Herodot von 1828. Alle drei Übersetzer starben vor mehr als 70 Jahren. Voß hat die Eröffnung der Odyssee verändert: Die Erstausgabe von 1781 lautet anders als die Fassung von 1806.