Thor: Donnergott der nordischen Mythologie und sein Hammer

Thor mit erhobenem, strahlendem Hammer über dem am Boden kauernden Riesen Thrym, Buchillustration von Lorenz Frølich, 1906
Lorenz Frølich, 1906, gemeinfrei. Thor trifft mit dem erhobenen Hammer den am Boden kauernden Riesen Thrym; im Hintergrund weitere Gestalten am felsigen Podest. Tafel „Thor Destroys the Giant Thrym“ aus: Rydberg, Viktor. Teutonic Mythology, Band II, gegenüber Seite 456, 1906.

Der Mythos in Kürze: Thor, der Donnergott der Asen

Thor ist der Donnergott der nordischen Überlieferung: Meyers Konversations-Lexikon von 1889 nennt ihn den „Gott des Donners“, die Gylfaginning führt ihn als den vornehmsten der Asen und den stärksten aller Götter und Menschen. Wo das steht: Snorri Sturluson, Gylfaginning, Kapitel 21, in Karl Simrocks gemeinfreier Übersetzung Die Edda von 1876; der Lexikonbeleg steht in Band 15, S. 667-668.

Thor im Steckbrief: Definition, Rolle, Attribute und Quellen

MerkmalAngabe mit Fundstelle
Mythologienordische Mythologie, Geschlecht der Asen (Gylfaginning 21)
RolleDonnergott, vornehmster der Asen, stärkster aller Götter und Menschen (Gylfaginning 21)
AttributeHammer Mjölnir, Kraftgürtel, Eisenhandschuhe, Ziegengespann (Gylfaginning 21, S. 263-264)
SitzReich Thrudwangr, Halle Bilskirnir (Gylfaginning 21)
VerwandtschaftVater Odin, Mutter Jörd (Gylfaginning 9); Gemahlin Sif (Þrymskviða 24; Gylfaginning 31, S. 267), Söhne Modi und Magni (Gylfaginning 53, S. 295), Stiefsohn Uller (Gylfaginning 31, S. 267)
GegenspielerMidgardschlange Jörmungandr (Gylfaginning 34, S. 267), die Jötunn der Lieder
Herkunft des Hammersdie Zwerge Sindri und Brock („Aus der Skalda“ 61)
AusgangRagnarök: Kampf gegen die Schlange, Tod durch ihr Gift (Gylfaginning 51)
HauptquellenSimrock 1876, Meyers 1889

Der Mythos: Die Zwergenschmiede und der zu kurze Stiel

Die Herkunft des Hammers erzählt Snorri Sturluson in der Skáldskaparmál; Karl Simrock führt den Abschnitt in seiner Ausgabe von 1876 als „Aus der Skalda“, Nummer 61, mit der Randnote „Lokis Wette mit den Zwergen. Sk. c. 35.“. Loki verwettet dort sein Haupt mit dem Zwerg Brock, dessen Bruder Sindri könne keine drei ebenso guten Kleinode schmieden. In der Esse entstehen der Eber mit den goldenen Borsten, der Goldring Draupnir und zuletzt der Hammer, während Brock den Blasbalg tritt. Eine Fliege sticht ihn dreimal, beim dritten Mal in das Augenlid, und für einen Augenblick ruht das Blasen. Das Urteil der Götter fällt dennoch zugunsten des Zwergs: der Hammer sei „das Beste von allen Kleinoden und die beste Wehr wider die Hrimthursen“. Ein Mangel bleibt aus jenem Augenblick am Blasbalg: „Er habe nur den Fehler, daß sein Stiel zu kurz gerathen sei.“ In dieser Episode trägt der Hammer noch keinen Namen; Simrock schreibt nur: „Darauf zog er einen Hammer aus der Esse.“

Der Raub des Hammers und die Fahrt nach Riesenheim

Das eddische Lied Þrymskviða erzählt, wie der Hammer verloren geht und zurückkehrt; Simrock führt es als „Thrymskvidha oder Hamarsheimt“, das zehnte Lied der Älteren Edda, 32 Strophen, S. 82-86. Thor erwacht und sieht seinen Hammer nicht. Er bittet Freyja um ihr Federhemd, um seinen „Miölnir“ zu suchen (Strophe 3, in der Schreibung der Ausgabe). Der Riese Thrym hält ihn acht Rasten unter der Erde verborgen und fordert Freyja zur Braut. Heimdall rät, Thor selbst im Brautgewand nach Riesenheim zu schicken; Thor widerspricht, Loki entgegnet, der Plan wird ausgeführt. Die Böcke werden vom Berge getrieben und vor den Wagen geschirrt. Am Ende erkennt Thor den Hammer wieder und erschlägt Thrym und dessen Sippe; die Schlusszeile lautet: „So holte Odhins Sohn seinen Hammer wieder.“

Thor im langen Gewand mit Schleier hebt den Hammer, links eine Festtafel mit einer zusammengesunkenen Gestalt, Lithographie nach Mårten Eskil Winge von 1865
Mårten Eskil Winge, 1865, gemeinfrei. Thor hebt im Brautgewand den wiedergefundenen Hammer an der Festtafel der Riesen; Lithographie nach dem Blatt „Hammar-hämtningen III. Thor återfår hammaren“ aus „Litografiskt allehanda“, femte årgången, Sigfrid Flodins förlag 1865.

„Wild ward Wing-Thôr als er erwachte
Und seinen Hammer vorhanden nicht sah.“

Karl Simrock (Übersetzer), Die Edda, 1876, „Thrymskvidha oder Hamarsheimt“, 10. Lied der Älteren Edda, Strophe 1, S. 82. Die Schreibweise der Ausgabe ist beibehalten.
Seite der Edda-Übersetzung von Karl Simrock aus dem Jahr 1876 mit dem Liedbeginn Thrymskvidha und Strophe 1 in Fraktur
Karl Simrock (Übersetzer), 1876, gemeinfrei. Die Druckseite mit dem Beginn des zehnten Liedes der Älteren Edda; die oben zitierte Strophe 1 steht auf diesem Blatt. Aus: Die Edda, 6. Auflage, Stuttgart 1876, S. 82; Scan: Google Books über Wikimedia Commons.

Die Angelfahrt: Thor und die Midgardschlange

Die dritte Episode führt aufs Meer. In der Hymiskviða, dem achten Lied der Älteren Edda, holt sich Thor im Wald den Kopf eines allschwarzen Stiers als Köder. Auf See zieht Hymir zwei Wale herauf; Thor steckt den Stierkopf an die Angel und zieht die Midgardschlange Jörmungandr, den „schimmernden Giftwurm“, zum Schiffsrand, wo sein Hammer das Haupt der Schlange trifft. Das Lied endet die Szene ohne Tötung: Felsen krachen, die Erde fährt zusammen, und die Schlange sinkt zurück in die See. Snorri erzählt dieselbe Fahrt in Gylfaginning 48 anders: dort zerschneidet der Riese im entscheidenden Augenblick die Angelschnur, und die Schlange lebt weiter in der See. Die Entscheidung fällt nach Gylfaginning 51 erst bei Ragnarök.

Thor mit erhobenem Arm vor einem Blitz, davor der kauernde Riese Hymir, rechts die Midgardschlange mit der Angelschnur im Maul, Buchillustration von Lorenz Frølich aus dem Jahr 1906
Lorenz Frølich, 1906, gemeinfrei. Thor hält mit erhobenem Arm die Schnur, an deren Haken die Midgardschlange auftaucht, während der Riese Hymir kauert und ein Blitz den Himmel durchzuckt. Tafel „Thor, Hymir and the Midgard Serpent“ aus: Rydberg, Viktor. Teutonic Mythology, Band III, gegenüber Seite 915, 1906.

Namensherkunft: Thor, Donar und der Donnerstag

Der Name gehört zur Wortfamilie des Donners. Das Etymologische Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer hält im Eintrag „Donner“ fest, dass das Wort zugleich Name des germanischen Gottes des Gewitters und der Fruchtbarkeit ist, Donar, und stellt daneben altnordisch Þōrr, älter Þunarr und altsächsisch Thunar; die Wortfamilie reicht von althochdeutsch thonar (9. Jahrhundert) über altenglisch þunor bis englisch thunder und führt auf die indogermanische Wurzel *sten- „donnern, rauschen, dröhnen“. Der Wochentag trägt denselben Namen: der Eintrag „Donnerstag“ erklärt ihn als Tag des germanischen Wettergottes, der die Stelle des römischen Jupiter einnahm, und als Übersetzung des lateinischen Vorbilds Iovis diēs; bezeugt sind althochdeutsch thonarestag (11. Jahrhundert), mittelhochdeutsch donerstac, altnordisch þōrsdagr, englisch Thursday und schwedisch torsdag. Meyers Konversations-Lexikon fasst das 1889 in einem Satz: „Von ihm hat der Donnerstag (Thorstag) den Namen.“

Attribute und Symbole: Hammer, Kraftgürtel und Ziegengespann

  • Der Hammer Mjölnir: Gylfaginning 21 nennt ihn unter den drei Kleinoden Thors; die Form „Mjölnir“ steht bei Simrock genau an dieser Stelle. Geschmiedet haben ihn die Zwerge.
  • Der Kraftgürtel: Die Gylfaginning 21 sagt: „wenn er den um sich spannt, so wächst ihm die Asenkraft um die Hälfte“. Simrock schreibt „Megingiardr“; diese Seite führt die Namensform Megingjarðar.
  • Die Eisenhandschuhe: ohne sie kann er den Hammerschaft nicht fassen.
  • Das Ziegengespann: zwei Böcke, „Tanngniostr und Tanngrisnir (Zahnknistrer und Zahnknirscher)“, daher der Beiname Ökuthor; in Þrymskviða 21 ziehen sie den Wagen nach Riesenheim.

Was Thors Hammer in der Überlieferung bedeutet

Thors Hammer hat in der Überlieferung zwei belegte Funktionen. Die erste ist die Waffe gegen die Riesen: Laut Skáldskaparmál nennt das Urteil der Götter ihn „die beste Wehr wider die Hrimthursen“, und in der Hymiskviða trifft er das Haupt der Midgardschlange. Die zweite ist die Weihe. In der Þrymskviða verlangt der Riese den Hammer, um die Braut zu weihen: „Legt den Miölnir der Maid in den Schooß“. In der Gylfaginning 44 erhebt Thor den Hammer, um die Bocksfelle zu weihen, und die Böcke stehen wieder auf. Mehr sagen die geprüften Ausgaben zur Bedeutung des Hammers nicht; die spätere Vereinnahmung des Zeichens behandelt der folgende Abschnitt.

Vereinnahmung des Zeichens und die Einordnung nach § 86a StGB

Wo der Hammer als Zeichen begegnet, gehört die rechtliche Einordnung an dieselbe Stelle. Die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus führt den Eintrag „Thorshammer, auch: Mjölnir“: in der rechtsextremistischen Szene sei er als Bekleidungsmotiv und Schmuckstück beliebt, werde aber ebenso in Metal-, Gothic- und neuheidnischen Zusammenhängen verwendet; die Verwendung ist nicht strafbar. Der Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern führt es in seiner Broschüre ebenfalls und hält fest, dass das Tragen nicht zwingend auf eine rechtsextremistische Einstellung schließen lässt. In der NS-Zeit wurde der Name vereinnahmt: der Plakatkünstler Hans Schweitzer zeichnete unter dem Pseudonym „Mjölnir“, wie der Katalogeintrag des United States Holocaust Memorial Museum zu einem Wahlplakat von 1932 festhält. Die Norm selbst: § 86a StGB trägt den amtlichen Titel „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“. Kennzeichen sind namentlich Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformen sowie zum Verwechseln ähnliche Zeichen; erfasst sind ausschließlich Kennzeichen der in § 86 bezeichneten Parteien und Vereinigungen. Nicht erfasst sind organisationsunabhängig gebrauchte religiöse und weltanschauliche Symbole; diese Seite behauptet daher kein pauschales Verbot des Thorshammers und schreibt niemandem eine Gesinnung zu. Die Sozialadäquanzklausel (§ 86 Abs. 4 in Verbindung mit § 86a Abs. 3 StGB) nimmt Wissenschaft, Lehre und Geschichtsberichterstattung aus. Das ist eine historische Einordnung und keine Rechtsberatung. Ausführlich steht das auf der Seite zur Herkunft, Vereinnahmung und zum rechtlichen Rahmen der Zeichen.

Verwandtschaft und Gegenspieler: Odins Sohn, Sifs Gemahl

  • Vater und Mutter: Die Gylfaginning 9 sagt von der Erdgöttin Jörd: „Jörd war seine Tochter und seine Frau und von ihr gewann er einen erstgebornen Sohn: das ist Asathôr.“ Gemeint ist sein Vater Odin, der eine eigene Seite trägt.
  • Gemahlin und Kinder: Gylfaginning 31 führt Uller als „ein Ase, Sohn der Sif und Thors Stiefsohn“: Sif ist damit Thors Gemahlin, Uller sein Stiefsohn. Die Söhne stehen in Gylfaginning 53: „Auch Thors Söhne, Modi und Magni“; eine Mutter gibt die Stelle nicht an. Den Beinamen „Sifs Gemahl“ nennt auch Þrymskviða 24.
  • Dienstleute: Thialfi und Röskwa begleiten ihn, belegt in Gylfaginning 44.
  • Einordnung: Den Zusammenhang der Figuren, Orte und Texte zeigt die Übersicht der nordischen Mythologie.

Gegenspieler und Schmiede: Riesen, Midgardschlange und Zwerge

  • Die Midgardschlange: Gylfaginning 34 nennt die Kinder Lokis und der Riesin Angurboda: den Fenriswolf, „Jörmungandr, d. i. die Midgardschlange“, und Hel. Ihre eigene Seite ist die Midgardschlange Jörmungandr.
  • Die Riesen: Thrym und Hymir sind die Gegenspieler der beiden Lieder; die Hymiskviða nennt Thor „Thursentödter“, das Urteil der Götter nennt den Hammer „die beste Wehr wider die Hrimthursen“. Mehr dazu auf der Seite über die Riesen der nordischen Überlieferung.
  • Die Zwerge: Sindri und Brock schmieden den Hammer. Ihre Seite: die Zwerge, die den Hammer schmiedeten.

Wo das steht: Ausgabe, Kapitel und Strophe

AussageWerkAusgabe und ÜbersetzerKapitel bzw. Strophe, Seite
Schmiedung des HammersSkáldskaparmálSimrock 1876„Aus der Skalda“ 61, S. 305-307
Urteil und zu kurzer StielSkáldskaparmálSimrock 1876ebenda, S. 306
Diebstahl des HammersÞrymskviðaSimrock 1876Str. 1, 3, 8, S. 82-83
Brautfahrt und ZiegengespannÞrymskviðaSimrock 1876Str. 15-21, S. 84
Weihe der BrautÞrymskviðaSimrock 1876Str. 30, S. 86
RückgewinnungÞrymskviðaSimrock 1876Str. 31-32, S. 86
AngelfahrtHymiskviðaSimrock 1876Str. 17-24, S. 68-69
Beiname „Thursentödter“ für ThorHymiskviðaSimrock 1876Str. 18-19, S. 68
Prosafassung der AngelfahrtGylfaginningSimrock 1876Kap. 48, S. 285-286
Attribute und ReichGylfaginningSimrock 1876Kap. 21, S. 263-264
AbstammungGylfaginningSimrock 1876Kap. 9, S. 255
GegenspielerGylfaginningSimrock 1876Kap. 34, S. 267
Weihe der BocksfelleGylfaginningSimrock 1876Kap. 44, S. 278
Gefährten Thialfi und RöskwaGylfaginningSimrock 1876Kap. 44, S. 278
Ausgang bei RagnarökGylfaginningSimrock 1876Kap. 51, S. 292
Gemahlin, Söhne und StiefsohnGylfaginningSimrock 1876Kap. 31, S. 267; Kap. 53, S. 295
Name und WochentagLexikon und WörterbuchMeyers 1889; PfeiferBd. 15, S. 667-668

Welche Ausgaben, Übersetzer und Bearbeitungsstände dahinterstehen, zeigt im Einzelnen die Übersicht über die Edda-Ausgaben, aus denen diese Seite zitiert.

Hinweis zu den Schreibweisen: In der Schmiede-Episode bleibt der Hammer namenlos; Simrock schreibt dort nur „einen Hammer aus der Esse“. Die Form „Mjölnir“ steht in Simrocks Ausgabe von 1876 genau einmal, in Gylfaginning 21 (S. 264); alle übrigen Stellen schreiben „Miölnir“. Der Kraftgürtel heißt bei Simrock „Megingiardr“, bei Meyers 1889 „Megingiard“. Den Riesen der Angelfahrt nennt Simrock in Gylfaginning 48 „Ymir“, während dieselbe Ausgabe das Lied als Hymiskviða führt. Die Strophenzählung beider Lieder stimmt mit dem altnordischen Text überein; die Ausgabe wird hier trotzdem an jeder Fundstelle genannt.

Was das heute bedeutet: Wochentag und moderne Rezeption

Die sichtbarste Spur dieses Gottes im Alltag ist der Wochentag: Donnerstag, englisch Thursday, schwedisch torsdag gehen auf seinen Namen zurück. Die ältere lexikografische Rezeption lässt sich datieren: Meyers Konversations-Lexikon führt Thor 1889 als „Gott des Donners“, und das ist der Forschungsstand von 1889, nicht der heutige. Unter demselben Namen tritt die Figur heute in Comic, Film und Serie auf, auch im Marvel-Universum. Nachprüfbar ist, was die Überlieferung sagt: Der Hammer hat dort eine Herkunft, die Zwergenschmiede aus „Aus der Skalda“ 61; ein Motiv der Würdigkeit, das über das Führen des Hammers entscheidet, kommt in den für diese Seite geprüften gemeinfreien Ausgaben nicht vor; Abstammung und Beinamen sind an Fundstellen gebunden. Konkrete Aussagen über einzelne Werke macht diese Seite erst, wenn dafür eine geprüfte Fundstelle vorliegt.

Abgrenzung: Thor, Donar und die Beinamen der Quellen

Nicht zu verwechseln sind drei Dinge. Donar und altsächsisch Thunar sind keine zweite Gottheit, sondern die kontinentalen Entsprechungen desselben Wettergottes: Meyers 1889 schreibt „Thor (Thunar) … dem deutschen Donar entsprechend“, und das Etymologische Wörterbuch stellt altnordisch Þōrr, älter Þunarr und altsächsisch Thunar nebeneinander. Die Beinamen der Quellen meinen ebenfalls dieselbe Figur: Wing-Thôr, Hlorridi, Odhins Sohn und Sifs Gemahl in der Þrymskviða, Asathor und Ökuthor in Gylfaginning 21, Weor in der Hymiskviða. Und „Ymir“ gegen „Hymir“ in Gylfaginning 48 ist eine Schreibvarianz innerhalb der Ausgabe Simrock 1876, keine zweite Figur: die Prosafassung schreibt „Ymir“, das Lied führt dieselbe Ausgabe als Hymiskviða; der Hinweis zu den Schreibweisen weiter oben führt das aus.

Leserfragen zu Thor und seinem Hammer

Ist Thor der Sohn von Zeus?

Nein. Die Gylfaginning 9 nennt Odin als Vater und die Erdgöttin Jörd als Mutter. Zeus gehört einer anderen Überlieferung an und kommt in den hier zitierten Ausgaben nicht vor.

Sif. Simrock nennt den Beinamen „Sifs Gemahl“ in der Þrymskviða, Strophe 24; dieselbe Zuordnung trägt Gylfaginning 31, wo Uller „Sohn der Sif und Thors Stiefsohn“ heißt.

Die Quellen belegen zwei Funktionen: die Waffe gegen die Riesen, laut Skáldskaparmál „die beste Wehr wider die Hrimthursen“, und das Weihegerät.

Die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus hält fest, dass die Verwendung nicht strafbar ist; der Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern hält fest, dass das Tragen nicht zwingend auf eine Einstellung schließen lässt. Die Einordnung steht im Abschnitt oben; eine Rechtsberatung ist das nicht.

Eine Rangliste führen die Quellen nicht. Thor gilt als vornehmster der Asen und stärkster aller Götter und Menschen; mehr sagt die geprüfte Ausgabe an dieser Stelle nicht.

Quellen und Ausgaben

  • Snorri Sturluson, Gylfaginning und Skáldskaparmál (Simrock 1876).
  • Karl Simrock (Übersetzer), Die Edda, 1876, gemeinfrei: Leitausgabe dieser Seite.
  • Wolfgang Pfeifer, Etymologisches Wörterbuch, Einträge „Donner“ und „Donnerstag“.
  • Meyers Konversations-Lexikon, Band 15, 1889, S. 667-668.
  • Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus, Zeichen und Symbole.
  • Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern, Broschüre Stand Juli 2015.
  • Hans Schweitzer, Plakat von 1932, im Katalogeintrag des United States Holocaust Memorial Museum.
  • § 86a StGB, § 86 Abs. 4 StGB, § 64 UrhG in geltender Fassung.
  • Zitiert werden ausschließlich gemeinfreie Ausgaben, keine modernen kritischen Editionen.